Infoabend zur Hafenerweiterung

INFOVERANSTALTUNG DES BÜRGERVEREIN GELLEP-STRATUM e.V. ZUR HAFENENTWICKLUNG

Man glaubte schon fast an einen Volksaufmarsch, wenn man am Donnerstagabend um kurz vor 20 Uhr über die Düsseldorfer Straße ging. Eine Flut von Menschen eilte in die Gaststätte "Zum Landhaus", denn der Bürgerverein hatte zu einem Infoabend über die Hafenentwicklung eingeladen. Der Saal im Keller platzte förmlich aus allen Nähten, denn fast 100 Interessierte warteten auf die Ausführung von Frau Lehnen und Herrn Hamm, Hafen Krefeld GmbH & Co. KG, und Herrn Visser, Planungs- und Umweltamt der Stadt Krefeld.
Klaus Jagusch begrüßte die Anwesenden und bedankte sich für das zahlreiche erscheinen und das große Interesse daran, was zukünftig mit dem Hafen und damit womöglich auch mit Gellep-Stratum geschehen könnte.

- Herr Hamm gab einen kurzen historischen Abriss zum Rheinhafen selbst sowie einen Ausblick, was die Verkehrsanbindung des Hafens angeht. Der Heidbergsweg wird zur Hafenringstraße ausgebaut werden, um dem Schwerlastverkehr Rechnung zu tragen, der zukünftig auch am Hafen fahren wird. Mit dem Bau der Hafenringstraße wird voraussichtlich in den nächsten 12-18 Monaten begonnen werden.

- Frau Lehnen erläuterte den Aufbau der Hafengesellschaft und das stetige Wachstum des Umschlags im Hafen in den letzten Jahren, auch die Umstrukturierung von den Hafen- und Bahnbetrieben zur Hafen Krefeld GmbH & Co. KG, unter Zusammenschluss der Stadt Krefeld und den Häfen Neuss-Düsseldorf. Ganz speziell zum Thema Terminal, welches ihr sicher sehr am Herzen liegt, wie man den Ausführungen entnehmen konnte, wurde den Anwesenden viel Wissen vermittelt. Die Erläuterungen wurden allerdings nach ca. 30 min. durch die anwesenden Bürger beendet, um mit der Beantwortung der Fragen, die der Bürgerverein, wie auch die Bürger selbst hatten, beginnen zu können.

- Ein wichtiges Thema, was in den letzten Wochen für Wirbel gesorgt hatte, war die Rufbereitschaft des kommunalen Ordnungsdienstes. Die Rufkette scheint selbst in der Verwaltung nicht ganz klar zu sein und so wurden mehrere Bürger von einer Stelle zur nächsten geschickt. Herr Visser stellte am Abend klar: Wenn es Beeinträchtigungen gibt, egal welcher Art, ob Lärm, Geruch, o.ä., sollen die Bürger die Feuerwehr oder die Polizei anrufen. Er nannte die Notrufnummern, was allerdings nicht ganz richtig sein kann. Daher hier die Nummern der Verwaltungen:

Tagsüber zu Verwaltungszeiten:
Zentrale der Stadt Krefeld: 02151 86-0
Außerhalb der Verwaltungszeiten:
Leitstelle Feuerwehr: 02151 612-0
Leitstelle Polizei: 02151 634-0
Von dort muss alles Weitere veranlasst werden!

- Ein weiteres großes Thema ist die Verkehrsanbindung. Wo soll zukünftig der gesamte Verkehr fließen? Von der Hafengesellschaft wird die Nordanbindung favorisiert, dazu muss aber die denkmalgeschützte Drehbrücke an dieser Stelle weichen, um eine nutzbare Brücke bauen zu können. Die anwesenden Bürger würden sofort für eine Versetzung der Drehbrücke stimmen, da dies aus ihrer Sicht die einzige logische Maßnahme wäre. Damit könnte der Verkehr komplett über die B288 Richtung A57 bzw. A524 geleitet werden und man müsste nicht die eh sehr umstrittene Südanbindung ins Spiel bringen. Hierzu gibt es derzeit noch Bewertungsbedarf. In den kommenden 5 Jahren müsste allerdings eine brauchbare Lösung gefunden werden, laut Visser.

- Zur Frage, ob mit der Hafenerweiterung auch die Absiedlung beheimateter Vereine eingeleitet werden müssten, konnte Herr Visser Entwarnung geben. Nach heutigem Stand ist nichts in der Richtung geplant.

- Ein heißes Thema ist auch die Einziehung der Latumer Straße. Wenn hier die Industrieflächen vermarktet sind, wird die Straße eingezogen. Damit verliert Gellep-Stratum die älteste Straße im Dorf!!!

- Was die Entwicklung des Hafens angeht, so ist rein wirtschaftlich betrachtet, natürlich jede Industrie recht, die Geld, bzw. Umschlag bringt. Ob aber ein Zementkraftwerk dazugehört? Letzteres sorgte auch für einige Diskussionen, wieso und weshalb die Bebauungspläne solch ein Bauwerk überhaupt zulassen und wie man dagegen vorgehen kann. Herr Visser informierte darüber, dass ausschließlich die Bezirksregierung Düsseldorf über die Genehmigung entscheiden kann und wird und die Städte um den Hafen herum keine Handhabe gegen eine rechtlich einwandfreie Genehmigung haben. Einzige Hoffnung sei, dass der Luftreinhalteplan für Krefeld, der ab dem 1. Juli bis zum 1. November ausgearbeitet werden soll, im November steht und damit neben den rein betrieblichen Abwägungen auch die Umweltaspekte des gesamten Hafens mit in diese Genehmigung einfließen müssen. Das könne bei zu hohen Werten evtl. zu einer Ablehnung der Genehmigung führen.

Klaus Jagusch beendete die Infoveranstaltung gegen 22:30 Uhr und bat die Anwesenden, bei weiteren offenen Fragen, die vorbereiteten Zettel auszufüllen, die dann per eMail an die entsprechenden Stellen weitergeleitet werden.