30 Jahre Bürgerverein, das heißt, 30 Jahre Kampf um ein schöneres und l(i)ebenswerteres Gellep-Stratum. Das Wort Bürgerverein weckt je nach geographischer Herkunft und Lebensalter verschiedene Erinnerung.
Rechtsrheinisch denken die Menschen überwiegend an Bürger-Schützen-Vereine, linksrheinisch mehr an Bürgergesellschaften. Das besondere an Krefeld ist: Es handelt sich bei den Bürgervereinen um Sprachrohre und Vertretungen gegenüber der Verwaltung und Politik. Dies resultiert aus den Gemeindereformen von 1926 und in den 70er Jahren. Die selbstständigen kleinen Dorfgemeinschaften wurden von den Städten vereinnahmt und die “Vorortgemeinden” mussten zur Selbstverteidigung eine örtliche ehrenamtliche Vertretung gründen. So geschah es auch 1975 in Gellep-Stratum, als der Bürgerbeirat der Gemeindereform zum Opfer fiel;

                              der Bürgerverein Gellep-Stratum e.V. wurde gegründet.

In den vergangenen Jahren haben wir uns um viele Themen rund um unseren Ortsteil gekümmert, Verhandlungen geführt und zahlreiche Aktionen durchgeführt. Vieles haben Sie sicher mitbekommen oder durch die Presse erfahren. Die Liste unserer Erfolge ist beachtlich; wir möchten an einiges Erinnern:
- Planung zum Bau eines Kohlekraftwerkes am Hafenwendebecken wurde verhindert
- Bei der Behinderung zum Bau einer Hochtemperaturverbrennungsanlage am Hafenbecken wurde   mitgewirkt
- Bau der Umspannanlage an der Düsseldorfer Straße wurde anliegerverträglich reguliert
- Bau eines Bioheizmassenkraftwerkes (Altholzverbrennung) im Gewerbegebiet am Hafen wurde   beanstandet und erfolgreich verhindert
- Unsere Einsprüche und Einwendungen zur Verlade- und Umlagerungsanlage der Firma CC Umwelttechnik wurden anerkannt und in das Genehmigungsverfahren als Vorbedingung und   Betriebsbedingung aufgenommen
- Unsere Bedenken gegen den Bebauungsplan 577 (Hafenring/Friedhof) wurden teilweise berücksichtigt
- Umweltbelastungen durch nahe gelegene Chemiebetriebe wurden beanstandet und eingeschränkt
- Tempo 30 auf der Düsseldorfer Straße wurde gefordert und eingeführt
- Anliegerstraßen wurden eingerichtet und für den öffentlichen Verkehr geschlossen
- Aufstellung von Sammelbehältern für Papier, Glas, Standortfestlegung und Wechsel der Standorte   wurden veranlasst
- Ein Wochenmarkt wurde auf Initiative des Bürgervereins in Gellep-Stratum eingerichtet, aber nach einem Jahr mangels Interesse wieder eingestellt
- Aktionen zur Müllbeseitigung, Frühjahrsputz und Klärung von wilden Müllablagerungen werden auch heute noch durchgeführt
- Auf unsere Anregung hin wurden Straßenreinigungspläne rollierend geändert
- Parkprobleme und wildes Abstellen von Wohnwagenanhängern wurden beseitigt
- Einige ungepflegte Grundstücke wurden in Ordnung gebracht
- Verkehrskontrollen wurden durchgeführt

Durchaus gibt es auch friedlichere Themen im Jahresablauf des Bürgervereins.
- Wir organisieren die Gedenkfeier zum Volkstrauertag
- Wir sorgen für die Weihnachtsbeleuchtung & Geschenke an der Haltestelle Düsseldorfer Straße
- Wir planen und unterstützen die Begrünung des Ortes an Straßenrändern und Brachflächen
- Wir ordern die Einrichtung und Reparatur von Rad- und Fußwegen
- Wir stellen Forderungen zur Verminderung des Fluglärms auf
- Im Jahr 2006 konnte mit unserer Unterstützung der 1. Adventmarkt stattfinden, der laut Aussage vieler Beteiligter auch wiederholt werden soll
- und, und und ...
- Erfolge waren rund um den Friedhof zu verzeichnen:
Die Beseitigung von Müllablagerungen, das Einrichten von Wasserzapfstellen, das Vordach an der Leichenhalle und die Pflasterung der Umgebung des Friedhofes sind auf unsere Initiative zurückzuführen.
- Die Thematik der Straße am bzw. durch das Latumer Bruch (südliche Hafenanbindung) ist ein aktuelles und besonders brisantes Thema. Die Stadtverwaltung, einige Politiker und Interessenvertreter frohlocken, weil ihnen jetzt die Idee gekommen ist, dass ein Biotop für Moorbläuling, Kammmolche und Ameise zur Züchtung und Vermehrung dieser Tierchen führen würde und damit das Problem zu lösen sei. Wissenschaftlich ist jedoch bewiesen, das solche Tierarten nicht umgesiedelt werden können.

Wir Menschen müssen uns zusammenschließen, um gegen den scharfen Eingriff in unser Erholungs- und Luftausgleichsgebiet, dass die Belastung durch nahe gelegene Industrie kompensieren soll, zu kämpfen. Dabei ist nach wie vor der Bürgerverein Ihr Ansprechpartner, Ihr Sprachrohr für die Einhaltung des Naherholungsgebietes. Als sich mehr als 600 Demonstranten aus ganz Krefeld zusammengefunden hatten, um gegen diese Straßenplanung zu demonstrieren, da wussten wir, dass wir auf dem richtigen Wege sind mit der Forderung, diese Straße zu verhindern.
 
All´ dies benötigt Helfer. Bitte unterstützen Sie uns weiter durch Ihre Mitgliedschaft und aktive Teilnahme an den Aktionen des Bürgervereins.